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Katholischer Familienverband der Erzdiözese Wien

Wiener Familienverband bekräftigt "Nein" zur Ganztagsschule

Geschäftsführer des Wiener Katholischen Familienverbandes, Andreas Cancura, im "Standard": Für viele Kinder ist verpflichtende Ganztagsschule "einfach eine Überforderung"

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Wien, 12. 02. 2010  [KAP]

Der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien bekräftigt sein "Nein" zur verpflichtenden Ganztagsschule. Wie der Geschäftsführer des Wiener Familienverbandes, Andreas Cancura, in einem Kommentar im "Standard" (Donnerstag) schreibt, spreche sich der Familienverband gegen die Ganztagsschule aus, da dies "für viele Kinder einfach eine Überforderung" darstelle. Stattdessen bedarf es eines Ausbaues "hochwertiger ganztägiger Betreuungsangebote", betonte Cancura: "So gut kann keine Ganztagsschule sein, dass sie die persönliche Bezugsperson am Nachmittag - Eltern, Großeltern, Bekannte und junge Freunde - ersetzen kann." Die Diskussion werde derzeit allzu sehr unter dem Aspekt der "Betreuungsnotwendigkeit" geführt, die "Sicht des Kindeswohls" komme hingegen zu kurz, so Andreas Cancura.

Zudem sieht Cancura durch die verpflichtende Ganztagsschule "das Elternrecht in Gefahr", selbst die nötige Nachmittagsbetreuung zu organisieren. "Eltern sollen ihre Kinder am Nachmittag abholen oder nach Hause kommen lassen dürfen, der Eintritt in die Nachmittagsbetreuung muss auch während des Schuljahres möglich sein", forderte Cancura. Während die Ganztagsschule, die u.a. einen Abstimmungsgegenstand bei der derzeitigen laufenden Volksbefragung in Wien darstellt, verpflichtende Anwesenheit für alle Schüler bis zum Nachmittag bedeutet, plädierte Cancura mit dem Hamburger Erziehungswissenschaftler Peter Struck für ein offenes Modell, das den Eltern freistellt, ob sie sich selbst um die Nachmittagsbetreuung kümmern.

In einer Presseaussendung hatte der Katholische Familienverband der Erzdiözese Wien unlängst seine Forderung nach einem Ausbau qualitativ hochwertiger Betreuungsangebote konkretisiert: So habe die jüngst im Auftrag des Unterrichtsministeriums durchgeführte Elternbefragung des Meinungsforschungsinstituts IFES bestätigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Eltern ein dringendes Interesse am Ausbau etwa von Kreativ-Kursen, Hausaufgaben-Betreuungsangeboten oder Sportangeboten hätten.

Zudem kritisierte der Familienverband in der Aussendung, dass durch die verpflichtende Ganztagsschule der Besuch von Weiterbildungs-, Sport- oder Kulturangeboten am Nachmittag "erschwert oder unmöglich gemacht"

zum Kommentar DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.02.2010

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